Im Test: Laserworld EL-300RGB

Die ruhigeren Tage zwischen den Jahren habe ich neben einer intensiven Lagerreinigung außerdem mal wieder für einen kleinen Test genutzt.

Während alle großen Hersteller den Fokus auf immer leistungsstärkere Laser setzen, stellt Laserworld mit dem EL-300RGB ein Produkt vor, welches ganz andere Wege geht.

Die außerordentlich beliebten Showlaser dürfen nach deutschem Recht ab einer Laserschutzklasse 3 ausschließlich von einem Laserschutzbeauftragen betrieben werden. Zusätzlich ist eine Information des örtlichen Ordnungsamt sowie gegebenenfalls eine Zertifizierung des Betriebsorts des Lasers durch eine anerkannte Bewertungsstelle wie bspw. den TÜV Süd notwendig.

Während fast ausschließlich alle Geräte in dieser oder höheren Laserschutzklassen arbeiten, ist der EL-300RGB ein Gerät der Klasse 2M und dadurch von oben genannten Betriebsbedingungen ausgeschlossen und kann ohne zusätzliche Maßnahmen betrieben werden.

Erster Eindruck

Der Laser, welcher zugegebenermaßen kleiner ausfällt als ich erwartet habe, kommt gut verpackt und mit einem angepassten Schaumstoff-Inlay für den Versand geschützt bei uns an.

Neben dem Gerät wird lediglich die Bedienungsanleitung, der für den Betrieb notwendige Schlüssel zum verriegeln des Lasers so wie ein Adapter zum brücken des Anschlusses für einen separaten Not-Aus Schalter geliefert.

Der Laser wirkt unauffällig klein und leicht. Dadurch sollte er sich überall problemlos montieren lassen. Das Bedien-Display des Geräts sowie das eingebaute Mikrofon für Light2Sound befindet sich auf der Oberseite. Alle weiteren Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite.

Blick auf

Zum Aufbau

Wie bereits erwähnt, lässt sich der Laser aufgrund seines geringen Gewichts und der geringen Größe alleine aufbauen und dürfte an jeder Traverse oder Stativ Platz finden. Für das Anbringen eines Safetys ist auf der Rückseite eine Öse vorgesehen.

Nachdem der Laser via Kaltgeräte-Stecker mit Strom versorgt, Adapter gesteckt und Schlüssel gedreht wurde kann es auch schon direkt los gehen.

Schlüssel uns Brücke gesteckt

Ein bisschen störend fällt direkt das oben liegende Display auf. Sobald der Laser auf einer vernünftigen Betriebshöhe angebracht wurde, lässt er sich nur noch schwerfällig einstellen.

Sicht auf den Laser

Im Einsatz

Bei dem EL-300RGB handelt es sich um einen sogenannten Grating-Laser. Einen Laser welcher den einzelnen Strahl des Lasers über eine Optik auf viele einzelne Punkte verteilt (Der Effekt lässt sich in etwa mit dem unsere Cameo Superfly XS vergleichen nur wesentlich heller). Die geschieht im Gerät durch eine motorisierte Scheibe welche, wie bei einer Diskokugel, mit etlichen kleinen Spiegeln besetzt ist. Somit ergibt sich ein immer gleiches Muster welches in beide Richtungen rotiert werden kann.

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich beim Laser um einen RGB-Laser, also einem Laser mit 3 verschiedenfarbige Lichtquellen in rot, grün und blau. Dadurch lassen sich zusätzlich zu den Grundfarben noch weitere Mischfarben erzeugen.

Wie bereits Eingangs erwähnt, spielt der EL-300RGB in der Laserschutzklasse 2 und somit laut Datenblatt im unteren Bereich der Helligkeit. Trotzdem überrascht es uns wie hell diese kleine Kiste ist. Selbst bei Tageslicht lassen sich die Strahlen im Freien erkennen. Ohne dass wir den Laser direkt verglichen haben, dürfte der Laser heller sein, als unsere anderen Lichteffekte (Revo 4 und Superfly XS).

Ein weiteres Highlight des Lasers sind die messerscharfen Strahlen welcher das Gerät erzeugt.  Dieser Effekt kommt sehr schön als Sternenhimmel (auch bei Tag!) zur Geltung. Außerdem sehen die feinen Linien bei Nebel deutlich besser aus als die, welche von unseren LED-Effektgeräten erzeugt werden können.

Der Laser bietet eine Vielzahl von vorprogrammierten Modi, wie zwei Automatik-Modus, Light2Sound sowie eigene Programme für jede Farbe.

Die beiden Automatik-Modi unterscheiden sich in ihrer Geschwindigkeit (Fast-, Slow-Mode). In den Programmen wird die Grating-Scheibe in beide Richtungen rotiert, alle Farben durchgewechselt und Stroboskop-Effekte erzeugt.

Die gleichen Effekte werden im Light2Sound-Modus erzeugt, jedoch hier abhängig des Auto-Signals welches über das eingebaute Mikrofon erfasst wird. Dieser Modus funktioniert sehr gut und machte am meisten Spaß. Der Takt, mit welchem der Effekt abgespielt wird, wird während des Betriebs dauerhaft neu berechnet.

Zusätzlich zu den integrierten Programmen kann der Laser auch über DMX gesteuert werden. Der Laser arbeitet über 7 DMX-Kanäle über welche ebenfalls die vorprogrammierten Modi aufgerufen werden können und zusätzlich Rotationsrichtung, Farbe und Stroboskop gesteuert werden kann.

Und hier noch ein Bild der Strahlen des Lasers mit ein wenig Dunst.

Laserstrahlen mit Haze

Fazit

Nachdem Laser für unseren Gerät-Pool leider aufgrund der geltenden Regularien nie eine lohnenswerte Option waren, ist der Laserworld EL-300RGB ein tolles Einstiegsgerät in die Welt der Laser.

Durch die hellen und sehr feinen Strahlen kann dieser gut auf kleineren Veranstaltungen als Lichteffekt eingesetzt werden. Bei größeren Veranstaltungen ist er leider aufgrund der geringen Anzahl an Möglichkeiten nur bedingt oder speziell als Effekt einsetzbar.

Die Helligkeit ist trotz anfänglicher Skepsis absolut ausreichend für normale Veranstaltungen. Sollte es irgendwann in der gleichen Laserschutzklasse einen Projektionslaser aus dieser Serie geben, wird dieses Gerät definitiv auch den Weg bei uns in das Portfolio finden. Bis dahin werden wir mit Sicherheit viel Spaß mit dem kleinen Laser haben.